Sonntag, 29. Januar 2012

Über iTunes Match

Seid einiger Zeit bin ich nun auch Nutzer des iTunes Match-Service von Apple. Ich denke, über den Dienst als Solchen muss ich hier nicht viele Worte verlieren, außer das der Spaß 24,99 Euro für ein Jahr kostet.

Im Prinzip wird die eigene Musiksammlung in der Cloud „abgebildet“, wobei Rückgriff auf den iTunes Store genommen wird, sodass zum Beispiel nur diejenigen Lieder hochgeladen werden müssen, die nicht im Store zu finden sind.

Die Einrichtung war super einfach, die Erstellung der neuen iCloud-Musikbibliothek dauerte bei mir runde 20 Minuten - hauptsächlich Abgleich von diversen Titeln.

Da meine Musiksammlung generell sehr gut gepflegt ist, gab es fast keine Titel, die er nicht erkennen konnte. Die Musikerkennung basiert offensichtlich nicht nur auf einem einfachen Datenabgleich, da auch einige Titel erkannt wurden, die kein vollständiges ID-Tagging hatten und für die zum Beispiel bislang keine automatischen Cover gefunden wurden.

Ich war sehr positiv überrascht, wie gut das funktioniert - hier verspricht die Werbung tatsächlich nicht zuviel.

Mein nächster Schritt war, mittels einer intelligenten Widergabeliste alle Titel herauszufiltern, die ich in meiner Sammlung noch mit niedriger Qualität oder gar mit DRM versehen waren - vor allem alte CDs, die ich damals noch mit 128k importiert habe.

iTunes Match erlaubt es nämlich all diese Sachen gegen 256k (DRM-freie) Versionen auszutauschen. Und zwar egal woher sie stammen und in welcher noch so miesen Qualität sie vorliegen!

Der Download hat dann allerdings eine Weile gedauert. Dafür ist der Unterschied sofort hörbar.

Weitere Vorteile, die sich für mich persönlich ergaben:

1. Ich habe enorm viel Platz auf meinem iPhone und meinem iPad freibekommen (jeweils gut 10 Gb.). Das Musikstreamen bzw. Herunterladen funktioniert tadellos und auch sehr flott. Gleichwohl reagiert das iTunes meines iPads der ersten Generation beim Laden der App jetzt etwas träger.

2. Bislang musste mein Apple TV (2. gen.) meinen Rechner aus dem Schlaf holen, wenn ich Musik auf die Anlage streamen wollte. Dadurch, dass die Musik jetzt direkt aus der Cloud kommt, ist der Rechner nicht mehr nötig.

3. Ich hatte bislang zwei getrennte Mediatheken auf meinem Laptop und meinem Rechner, was dazu führte, dass ich viele Titel doppelt „vorhalten“ musste und auch immer wieder hin- und her kopiert habe. Etwas, was mich schon lange gestört hat. iTunes Match hat beide Mediatheken zusammengelegt, sodass ich auf allen Rechnern vollen Zugriff auf alle Titel habe, ohne lästige Kopieraktionen.

Einige Macken sind mir aber auch aufgefallen:

1. In Deutschland funktioniert iTunes Match noch nicht mit TV-Serien. Das wäre allerdings sehr begrüßenswert.

2. Nicht immer werden alle Cover richtig angezeigt (obwohl sie vorhanden sind). Insbesondere auf dem iPad ist mir das in der Interpretenansicht vermehrt aufgefallen, aber auch auf dem iPhone kommt es in unregelmäßigen Abständen vor und ohne, dass ich ein Muster dabei erkennen könnte. Hier scheint es ein paar Bugs zu geben.

3. Was mir wirklich fehlt, ist die Möglichkeit gezielt ganze Wiedergabenlisten manuell vom Cloud- Download „auszuklammern“, sondern diese „fix“ auf dem iPhone/iPad zu verankern und stets manuell zu synchronisieren. Derzeit ist die Entscheidung iTunes Match einzuschalten eine Frage von „alles“ oder „nichts“. Das ist sehr ärgerlich, weil man das im Grunde problemlos besser lösen könnte.

Fazit: iTunes Match ist sicher Luxus und nicht überlebensnotwendig, allerdings ein wirklich tolles Goodie, auf das ich nicht mehr verzichten wollen würde.

Montag, 23. Januar 2012

Grenzzeichen

Ich habe derzeit wieder verschiedene Webprojekte in Arbeit. Eines davon ist am Wochenende fertig geworden.

Es handelt sich um eine neue Webseite für das Blog "Grenzzeichen" - http://grenzzeichen.vampirtheater.de - der fiktiven Figur Nikki Bischoff, die für ein ARG-TdV-Crossover-Projekt (ARG = Alternate-Reality-Game / TdV = theater-der-vampire.de, Liverollenspiel ) entwickelt wurde, dass ich konzipiert und geleitet habe.

Bislang war das auf blogger.com gehostete Blog mit einem vorgefertigten Design versehen, welches aber insbesondere auf mobilen Browsern überhaupt nicht richtig funktionierte.

Daher war eine der Anforderungen an die kleine Webseite, dass sie ein eigenes CSS-Framework für eine vernünftige Darstellung im mobilen Browser (iOS) mitbringt. Der Einbau eines kleinen, fertigen Skriptes hat dann für ein hübsches "Touchmenü" gesorgt.

Außerdem habe ich hier erstmals einen dynamischen Twitter-Feed in eine Webseite integriert.

Das Design der Seite ist betont minimalistisch und schlicht, insbesondere die Schriftart "Courier" soll einen gewissen Retro-Eindruck erwecken.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Apple und Star Trek - Gedanken zu Siri und der Keynote

Das apple kein ganz neu designtes iPhone 5 bringen würde, zeichnete sich meiner Einschätzung bereits anhand des gewählten Ortes für die Präsentation ab.

Stattdessen brachte die Keynote von apple brachte zunächst mal Evolutionäres.

Die üblichen Produktweiterentwicklungen bei den "Musikgeräten" und natürlich den Start von iCloud und iOS 5 - auf die ich mich schon sehr freue und auch sehr gespannt bin - für mich allein schon ein großer Grund zur Begeisterung.

Hier findet sich so ein Punkt, der bei den Medien und Expertenberichten fast untergegangen ist, den ich aber für sehr bedeutsam halte weil er es "in sich hat" - "full airplay mirroring". Das ist ein weiterer Schritt vom iPad 2 (oder einem potentiellen iPad 3) in den Bereich der Spielkonsolen und ich vermute stark, dass Sony und Nintendo da nachlegen werden müssen, vor allem bei ihren Handhelds. Für mich persönlich ist das fast sowas wie mein "Lieblingsfeature".

Und dann die Hauptattraktion, dass iPhone 4s. Immer wieder lese ich, dass es enttäuschend sei, dass es kein neues Design gibt.

Offenbar hat man sich zunächst auf die Technik konzentriert und ist mit einem Neudesign noch nicht so weit (oder so zufrieden).

Abgesehen davon, dass ich glaube, dass man hier ähnlich vorgeht, wie beim Sprung vom 3G auf das 3Gs - also im Grunde die Vorgehensweise keine wirklich grosse Überraschung ist, finde ich das für den Umstieg sehr gut - erspart es doch die Neuanschaffung von Zubehör, Autohalterungen, FM-Transmittern und dergleichen. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil und ich kenne tatsächlich bereits zwei Leute, für die das das Ausschlagkriterium für eine Anschaffung des 4s ist.

Abgesehen davon hat apple "unter der Haube" eigentlich alles verbessert, was zu verbessern war. Eine enorm gesteigerte Empfangsleistung dann intelligenter Antennentechnik. Eine Kamera, die über jeden Zweifel erhaben ist. Eine Prozessorleistung, die mit dem iPad 2 vergleichbar ist - im Prinzip hat man ein iPad 2 auf die Maße eines iPhone geschrumpft.

Soweit, sogut. Das ist natürlich alles nicht revolutionär und "hype-würdig", sondern einfach die technische Weiterentwicklung, die man von apple mittlerweile schon gewohnt ist.

Der wahre "Meilenstein" ist aber Siri. Ich habe mir die entsprechenden Videos angeschaut und wenn das in der Praxis so funktioniert, könnte es sich um den Beginn einer jener Entwicklungen handeln, deren Auswirkung am Anfang von allen "Experten", den Medien und auch diversen Fans unterschätzt wurde.

So wie beim iPhone selbst, beim iPad, beim iTunes-Store oder beim MBA. Apple hat hier technisch wieder einmal die Nase vorn und könnte einen Trend setzen, dem der ganze Markt dann folgt und der zu einem generellen "Umdenken" im Umgang mit diesem Stück Technik führt.

Es wäre nicht das erste Mal. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass das Ganze "floppt" und als reines gimmick "im Sande" verläuft.

Doch falls nicht und apple damit einen weiteren, großen Erfolg verzeichnet - was wären die nächsten Schritte?

Eine Sprachsteuerung des apple TV und somit ein Ende der Fernbedienung? Das liegt so sehr auf der Hand, dass apple das mit Sicherheit in der Schublade hat - es drängt sich einfach auf.

Diktierfunktion und komplette Sprachsteuerung für Mac OS X "out of the box"?

Und falls auch andere Unternehmen auf den "Zug Sprachsteuerung" aufspringen würden (und natürlich müssen sie es erst mal können)? Fernseher oder Autoradio mit Sprachsteuerung? Nicht völlig abwegig.

Das das iPhone 4s sich verkaufen und ein großer Hit wird, ist praktisch sicher. Ob Siri sich als Innovation durchsetzt, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall wirkt Siri wie ein Stück Star Trek, Steve Jobs hätte es vermutlich "amazing" oder "magical" genannt.

Samstag, 24. September 2011

Die Piraten und ich - ein Projekt

Die Piratenpartei. Ich gebe zu, dass mein Interesse an dieser Partei zwar immer latent vorhanden war, ich aber bislang nie die Zeit gefunden hatte, mich intensiver mit ihrer Programmatik auseinanderzusetzen.

Politisch recht anders sozialisiert (und bislang recht fest verankert) haben mich die erhöhte Aufmerksamkeit der Medien und deren Berichte (erst Fernsehen, dann Presse) dann Stück für Stück näher an das Thema herangeführt.

Ein Artikel ergab den anderen (wenn ich mich mit so etwas beschäftige, neige ich dazu Aussagen selbst nachzuprüfen und zu recherchieren) und so habe ich damit begonnen, Parteiprogramm und Piraten-Wiki eingehend zu studieren, Mailinglisten zu abonnieren und mich damit auseinanderzusetzen - sozusagen mein persönliches „Projekt Piraten“.

Ich glaube, am Meisten hat mich die eklatante Oberflächlichkeit angespornt, mit der in einigen Medien und von einigen Politikern das "Phänomen Piratenpartei" abgetan und angegangen wurde. Insbesondere die Fernseh-Talkrunden nach der Berlinwahl sprachen da Bände. Genauso das Einschießen von Teilen der Presse auf das vorgebliche "Frauenproblem" der Piraten - um nur ein Stichwort zu nennen, welches akutes Kopfschütteln auszulösen imstande war.

Das Ganze wird sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen - politische Überzeugung ist schliesslich ein Prozess.

Ich habe mir vorgenommen hier und da in meinem Blog einige Gedanken und Reflektionen darüber festzuhalten.

Der erste Schritt ist ein vertieftes Einlesen, was aufgrund der Fülle der Informationen und einer gewissen „Streuung“ durchaus komplizierter ist, als ich das zunächst erwartet hätte.

Ob ich mich letztendlich aktiv dieser Partei zu wenden werde (und sie wählen werde), kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. Ein guter Teil der programmatischen Ansätze der Piraten ist mir sehr sympathisch und dort könnte ich mich wieder finden, ein paar Punkten würde ich vehement und aus vollster Überzeugung widersprechen - und zu einer ganzen Reihe von politischen Fragen, die mich persönlich interessieren habe ich bislang bei den Piraten noch sehr wenig gefunden - was nicht bedeutet, dass es das nicht geben mag.

Postskriptum: Es ist NIE eine gute Idee, die Wählerschaft und somit die Bürger für "fehlgeleitet", "protestgesteuert" oder "naiv" zu halten. Sowas rächt sich - wobei, geht es im Falle der FDP noch tiefer? Naja, etwas Luft nach unten haben sie ja noch. ;-)

Montag, 12. September 2011

Die Saite

Ich habe mal wieder ein kleines Webseiten-Projekt fertiggestellt (bis auf ein paar kleine Ergänzungen).

Es handelt sich um die Webseite einer Gitarrenbau-Werkstatt - ein spannendes Thema, mit dem ich bislang noch nie zu tun hatte. Gerade die Gedanken-Seite war eine völlig neue, interessante Welt für mich, der ich nun wirklich noch keine Berührung mit dem Bau von Musikinstrumenten hatte.

Die Gestaltung dieser Seite orientiert sich sehr stark an den Wünschen des Gitarrenbaumeisters, der wiederum meine eigene Seite ganz toll fand.

Man findet die Seite unter http://www.die-saite.de und auf meiner Projekte-Seite.

Dienstag, 30. August 2011

Deus Ex: Human Revolution Geheime Nachricht!

Bereits am Sonntag fiel mir eine Laufschrift auf, die im Hauptmenü des Spiels Deus Ex: Human Revolution erschien und die für den 29.08. (22:00 Uhr) eine besondere Ankündigung verhieß (Special Announcement).

Seitdem sind zwei verschiedene Codes aufgetaucht, die als Laufschrift durch den Startbildschirm rollen.

Hier der Erste:

okM8-+Ds4Dui?lMh$Mzvm14SBqe7;G.l6=u74b?mkh-45Ki60d+98XBpCku7

Und später dann der Zweite: 5 - / ! f / f q / x c / q y / d 3 / ? x /t $ / j #

Niemand konnte ihn bislang entschlüsseln und auch im Netz findest sich nichts, außer Spekulationen um ein ARG (alternate reality game) oder gar einen versteckten DLC.

Auf jeden Fall ist das mal eine innovative Idee!

Weiß jemand etwas darüber? Ich wäre für weitere Infos oder Kommentare sehr dankbar.

Sonntag, 28. August 2011

Deus Ex: Human Revolution auf der PS 3

Deus Ex: Human Revolution ist eine Mischung aus Action- und Rollenspiel, dass verschiedenste Elemente (Schleichen, Reden, Kämpfen, Computerhacken) in einem reinrassigen Cyberpunk-Setting ansiedelt. Als dritter Teil der Serie ist es ein Prequel zu Deus Ex 1, wobei man die anderen Teile keinesfalls gespielt haben muss.

Ich werde hier nicht weiter auf die Geschichte eingehen, man spielt den Sicherheitschef einer Firma, die sich auf Augmentierungen (sprich Cyberware) spezialisiert hat.

Nach einem Anschlag wird Adams Leben nur dadurch gerettet, dass er mit allerlei künstlichen Organen ausgerüstet wird.

Handlung:
Das Spiel erzählt eine hervorragende und wendungsreiche Geschichte. Die gesamte Welt wirkt außerordentlich detailliert und durchdacht. Zahllose Informationsquellen (E-Mails und E-Books) lassen sich finden und lesen. Sie tragen zu dem guten Gesamteindruck des Hintergrundes bei.

Die Spezialität von Deus Ex ist die enorme Wahlfreiheit bei der Lösung von Situationen, die man sonst in kaum einem mir bekannten Spiel findet.

Missionen, ja nahezu jede Situation kann man auf völlig unterschiedliche Weise lösen, dass Spiel macht einem praktisch keine Vorgaben, gibt auch auch keine Hilfestellung.

Das dürfte den Wiederspielfaktor enorm erhöhen, denn praktisch ständig kommt man an Stellen bei denen man denkt - „Ach, so hätte ich das ja auch machen können und dann würde dieses oder jenes passieren.“

Sämtliche typischen Elemente des Cyberpunk finden sich hier wieder, wie gewohnt ist fast nichts so wie es zunächst scheint und es gibt eine Menge Wendungen und Verschwörungen. Als Freund von Bladerunner darf ich sagen, dass man diesen Film sehr aufmerksam studiert hat.

Man hat sich auch ein paar kleine Anspielungen und Insider-Gags erlaubt, so unterhalten sich zwei Polizisten (das Spiel beginnt in Detroit) über einen alten Film aus den 90ern über einen kybernetisch aufgerüsteten Robocop (Zitat: “War der nicht mit Jean-Claude van Damme?“). Sehr geschmunzelt habe ich auch, als ich in den Rechner eines Polizisten namens „Rdeckard“ eingedrungen bin und einen witzigen Mailwechsel wegen des Priss-Modells (eines Wagens) fand.

Das Spiel und seine Welt reagieren auch auf die eigene Handlungsweise, man spürt dass sich Dinge verändern und es gibt auch mehrere alternative Enden.

Das erzeugt zusammen einen enorme Sogwirkung und tolle Spannung.

Grafik:
Die Grafik macht einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits hat man ein durchgehendes, grandioses Artdesign, welches detailliert und in sich stimmig eine düstere Welt in Gold und Brauntönen präsentiert. Selten habe ich so stimmungsvollen Lichteinsatz gesehen und immer wieder ist man von grossartigen Stadtansichten im Stil von Bladerunner begeistert.

Andererseits sind die Strassen kaum bevölkert, die Gesichtsanimationen der Figuren nicht lippensynchron und vielfach wirkt die Welt sehr statisch und so manche Textur matschig.

Einem direkten Vergleich mit aktuellen Spielen in diesem Bereich kann Deus Ex: Human Revolution nicht standhalten (übrigens auch nicht auf dem PC, dessen Version kaum besser aussieht). Umgekehrt kenne ich kein aktuelles Spiel, welches seine facettenreiche Spielwelt so stilvoll, glaubwürdig und zuweilen geradezu künstlerisch "transportiert".

Sound:
Hier haut Deus Ex: Human Revolution einen wirklich „aus den Socken“ - selten habe ich einen so treffenden und unter die Haut gehenden Soundtrack in einem SF-Spiel gehört. Die Musik ist ein absolutes Highlight und die eindeutig von Vangelis und auch Tron Legacy, nebst Herrn Zimmer (Batman) inspirierte Musik ist schlicht phantastisch.

Auch die Geräuschkulisse ist gut gelungen, insbesondere der Surround-Sound ist wirkungsvoll eingesetzt - etwas, was meiner Meinung nach oftmals wenig Würdigung in Spielbesprechungen findet.

Beachtenswert ist auch die sehr gute Synchronisation. Die Sprecher wurden passend gewählt und die deutsche Stimme des Hauptcharakters gefällt mir besser als die englische Originalstimme - und das kommt nun wirklich nicht oft vor.

Mechanik und Spielerfahrung:
Während die Steuerung auf dem Gamepad größtenteils gut gelungen ist, hat mich sehr irritiert, dass die Quadrattaste für die meisten Bestätigungen (in Menüs und Inventaren) genutzt wird - üblicher Standard ist eigentlich die X-Taste.

Was unbedingt erwähnt werden muss, ist der knackige Schwierigkeitsgrad und das ungewöhnlich „langsame“ Spielerlebnis. Man muss praktisch alle paar Sekunden speichern (gerade wenn man schleichend vorgeht) und immer wieder zu einem Speicherpunkt zurückkehren - richtig blöd finde ich, dass man die Speicherstände nicht selbst benennen kann.

Da das Spiel keinerlei Hinweise darüber gibt, WIE man ein vorgegebenes Ziel erreichen kann, muss man sich sehr gründlich überlegen, wie man in einer Situation vorgeht. Das führt auch immer wieder zu gewissen Unsicherheiten. Auch sollte man alles SEHR genau absuchen.

Das Spiel verzeiht keinerlei Fehler, alles ist knapp - insbesondere Munition. Einen Fehlschuss mit dem Betäubungsgewehr zum Beispiel konnte ich mir kaum erlauben. Kämpfe sind überaus tödlich, der eigene Charakter hält ein Feuergefecht kaum aus und die Gegner sind zwar manchmal nicht schlau, aber äußerst gute Schützen.

Nachdem ich am Anfang noch während der Tutorial-Phase (noch bevor der Vorspann des Spiels läuft!) bereits mehrfach gestorben war, musste ich den Schwierigkeitsgrad auf „Leicht“ zurücksetzen und selbst auf der niedrigsten Stufe finde ich das Spiel immer noch extrem fordernd - kein Vergleich zu solchen Spaziergängen wie Dragon Age 2.

Die in der Fachpresse übrigens bemängelten langen Ladezeiten empfinde ich nicht störend.

Deus Ex ist nichts für den Gelegenheitsspieler, der eine Mission „mal eben“ durchspielen möchte und ist auch kein Action-Shooter.

Fazit:
Deus Ex: Human Revolution bietet etwas, was heutzutage nur allzu oft in Spielen zu kurz kommt - das Gefühl echter Handlungsfreiheit.

Dazu kommt eine stimmig und atmosphärisch dicht inszenierte Cyberpunk-Geschichte, die viele auch moralische und philosophische Fragen aufwirft und anschneidet. Wer solche Spiele mag, und auch eine Herausforderung nicht scheut der ist hier genau richtig.